WANN REISEN
Reisezeit und Anreise
Die Cinque Terre belohnen gutes Timing. Wann Sie im Jahr kommen sollten, wie sich die Menschenmassen im Tagesverlauf bewegen und welche klugen Wege es von La Spezia und darüber hinaus gibt.
Check dates and availability ↗Die Saison in einem Satz
Wenn Sie aus diesem Reiseführer nur eine einzige Sache mitnehmen, dann diese: die Wahl des Zeitpunkts. Zielen Sie auf Ende April bis Anfang Juni oder September bis in den Oktober hinein. In diesen Übergangsmonaten ist das Meer zum Schwimmen geeignet, die Terrassen sind grün oder färben sich gold, das Licht ist freundlich, und die Dörfer funktionieren noch als Orte – nicht als Menschenverarbeitungsmaschinen. Juli und August sind wahrhaft schön und wahrhaft anstrengend – heiß, ausgebucht und tagsüber bis zur Unbehaglichkeit belebt. Der Winter ist ruhig und oft reizvoll, doch die Boote stellen ein und Regen formt die Wege um. Die mit Abstand beste Entscheidung, die die meisten Besucher treffen können, ist schlicht, in einem Übergangsmonat zu kommen statt in der Hochsaison.
Monat für Monat
Grob gesagt: März und Anfang April sind kühl und ruhig, die Wege trocknen ab, die Küste gehört einem – aber das Meer ist für die meisten zu kalt. Ende April bis Juni ist wohl der Idealmoment – warm, grün, gegen Ende hin badetauglich und belebt, aber noch nicht überlaufen. Juli und August bedeuten Spitzenhitze und Spitzenandrang. September ist bei vielen Stammgästen der Favorit: warmes Meer, weicheres Licht, nachlassende Zahlen. Der Oktober bleibt anfangs angenehm, kippt dann aber ab Monatsmitte in den Wintermodus, wenn die Bootsverbindungen enden. November bis Februar ist Nebensaison – manche Schließungen, echter Regen, aber eine karge, unüberlaufene Schönheit für alle, die nicht schwimmen oder den Küstenweg gehen müssen.
Der Tagesrhythmus der Menschenmassen
Abgesehen von der Jahreszeit hat der Andrang hier einen täglichen Rhythmus, den man ausnutzen kann. Die allermeisten Besucher kommen als Tagesgäste – viele von Kreuzfahrtschiffen aus La Spezia – und ballen sich um die Mittagszeit, sodass die ersten und letzten Stunden des Tages Ihnen gehören und die Mitte allen anderen. In Spitzenwochen kann der kurze Weg vom Bahnhof Manarola hinunter zum Hafen schon mal eine halbe Stunde dauern, und die Bahnsteige werden richtig voll. Die Lösung ist unspektakulär und effektiv: früh raus, ein langes Mittagessen oder ein Schwimmgang durch den schlimmsten Andrang, und dann das Abendlicht abwarten. Ein früher Start bewirkt hier mehr für Ihren Tag als fast jede andere Entscheidung.
La Spezia und Levanto als Basen
Die beiden Städte, die die fünf Dörfer einrahmen, sind hervorragende Ausgangspunkte, und viele erfahrene Besucher ziehen sie dem Schlafen in den Dörfern selbst vor. La Spezia im Osten ist eine richtige Arbeiterstadt mit den besten Verkehrsanbindungen, reichlich Unterkünften und niedrigeren Preisen – und sie ist das östliche Ende des Cinque-Terre-Express: Riomaggiore ist mit dem Zug nur Minuten entfernt. Levanto im Westen ist ein entspanntes, kleines Seebad mit eigenem Strand und Surfspot, ruhiger als die fünf Dörfer und nur einen Katzensprung von Monterosso entfernt. Wer in einer der beiden Städte nächtigt, kann morgens in die Dörfer fahren, sich bei Spitzenandrang zurückziehen und für einen ruhigen Abend wiederkommen – und das alles für weniger Geld und Stress, als im Park selbst zu übernachten.
Anreise von weiter her
Die Cinque Terre liegt nicht nahe an den großen Städten, und Ehrlichkeit über die Distanzen hilft. Von Florenz sind es grob zwei bis zweieinhalb Stunden mit Auto oder Zug nach La Spezia; von Pisa ist es kürzer; von Genua ist es nah – unter anderthalb Stunden mit dem Zug nach Monterosso; von Mailand ist es jeweils ein halber Tag. In fast allen Fällen ist der Zug der sinnvolle Weg – man steigt an einem Knotenpunkt wie La Spezia, Genua oder Pisa um und nimmt dann die Regionalbahn. Autofahren ist möglich, aber kontraproduktiv: Die Dörfer sind kaum befahrbar, und Parkplätze sind bewusst knapp. Kommen Sie mit der Bahn, und lassen Sie den kleinen Küstenzug übernehmen, sobald Sie da sind.
Boote, Kreuzfahrtschiffe und das Wasser
In der Saison verkehrt ein Passagierboot entlang der Küste und legt an den Dörfern mit Hafen an – also an allen außer dem auf der Klippe thronenden Corniglia – und es ist der schönste Weg zu sehen, wie sie auf dem Fels sitzen, vom Wasser aus zurückblickend. Beachten Sie den Kalender: Zwischen etwa dem 13. Oktober und dem 31. März fahren die Boote in der Regel nicht, und die Küste ist dann nur per Bahn erreichbar. Kreuzfahrtschiffe sind der andere Wasserfaktor: Sie legen in La Spezia an und entladen auf einmal große Mengen Tagesgäste in die Dörfer. Wenn Ihre Daten flexibel sind, ist ein Tag ohne Schiff im Hafen ein spürbar ruhigerer Tag. Auch Seegang kann Boote kurzfristig ausfallen lassen – das ist eine exponierte Küste.