WANDERN
Wandern auf den Wanderwegen der Cinque Terre
Die Wanderwege der Cinque Terre sind mehr als nur der Küstenpfad: gebuchte Klippenwanderungen, steile Aufstiege von Dorf zu Dorf und ruhige Höhenrouten zu den Heiligtümern oberhalb.
Check dates and availability ↗Der Sentiero Azzurro und seine fehlenden Verbindungen
Mit „Wandern in den Cinque Terre" meinen die meisten den Sentiero Azzurro, den niedrigen Küstenwanderweg, der theoretisch alle fünf Dörfer knapp über dem Meer verbindet. In der Praxis ist er derzeit unvollständig, weil Erdrutsche immer wieder Abschnitte sperren und einige jahrelang geschlossen bleiben. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Textes ist der berühmte Abschnitt Riomaggiore–Manarola über ein Buchungssystem zugänglich, die beiden östlichen Abschnitte sind offen, und der Abschnitt Manarola–Corniglia bleibt geschlossen. Das ist für die Planung wichtig: Man kann nicht davon ausgehen, die gesamte Küste an einem Tag zu begehen. Behandeln Sie den Blauen Weg eher als eine Reihe einzelner Wanderungen denn als einen durchgehenden Pfad, und prüfen Sie ein paar Tage vor Ihrer Abreise die offizielle Statusseite des Nationalparks – sie ändert sich.
Die Via dell'Amore: der einfache, buchungspflichtige Weg
Die Via dell'Amore zwischen Riomaggiore und Manarola ist die sanfte, nahezu ebene Ausnahme – ein kurzer, gepflasterter Klippenpfad, der nach mehr als einem Jahrzehnt, das er Erdrutschen zum Opfer fiel, wiedereröffnet wurde. Sie ist auch der am strengsten verwaltete Weg. Der Zugang ist einbahnig von Riomaggiore nach Manarola, in einem reservierten Halbstunden-Zeitfenster, mit einer Obergrenze von 200 Personen pro Zeitfenster auf ihren rund 900 Metern, und Sie führen einen gültigen Ausweis zusammen mit Ihrer Karte mit sich. Ab 2026 ist der Zugang in die reguläre Cinque Terre Card integriert und nicht mehr ein separates Ticket. Weil der Weg einfach und berühmt ist, sind die Zeitfenster schnell vergeben; wenn Ihnen das Begehen wichtig ist, buchen Sie online, wenn Sie Ihre Karte kaufen, statt zu hoffen, es vor Ort an einem Informationspunkt zu regeln.
Die steilen Abschnitte, die man unterschätzt
Die beiden östlichen Abschnitte des Blauen Wegs – Corniglia nach Vernazza und Vernazza nach Monterosso – sind offen und genau dort, wo das Wort „Küstenpfad" die Menschen still in die Irre führt. Das sind richtige Wanderungen: lange Treppenfluchten aus Stein, echte An- und Abstiege, ausgesetzt und im Sommer heiß, jede dauert in gemächlichem Tempo gut über eine Stunde und mit Fotostopps länger. Sie belohnen mit den klassischen Hochwinkel-Blicken zurück auf die Dörfer, aber sie sind keine Spaziergänge, und beide an einem warmen Nachmittag zu bewältigen, ist eine echte Anstrengung. Gehen Sie früh los, nehmen Sie mehr Wasser mit, als Sie glauben zu brauchen, und seien Sie ehrlich zu Ihren Knien bei den Abstiegen – dort haben die meisten Menschen zu kämpfen.
Die Höhenwege, die fast niemand geht
Oberhalb des Küstenwegs verläuft ein ganzes, ruhigeres Netz, das die meisten Tagesausflügler nie berühren. Der Höhenkammweg entlang der Parkkrone – oft als Haupt-Höhenweg nummeriert – verbindet die Dörfer in der Höhe mit deutlich weniger Menschen und weiten Blicken auf Meer und Binnenland. Von ihm zweigen die Heiligtumswege ab, die alten Andachtspfade, die von jedem Dorf hinauf zum jeweiligen Schrein führen, etwa Soviore oberhalb von Monterosso oder Montenero oberhalb von Riomaggiore. Diese oberen Routen liegen in der Regel außerhalb der kostenpflichtigen Blue-Trail-Abschnitte und benötigen daher meist keine Trail-Card, auch wenn sich die Regeln ändern können – ein Check lohnt sich. Sie sind länger und steiler, aber an einem vollen Tag sind sie der Ort, an dem die Cinque Terre wieder ganz sie selbst ist.
Die Regeln: Card und Schuhe
Zwei Regeln sollte man auf den markierten Küstenwegen ernst nehmen. Erstens: Die Cinque-Terre-Card ist auf den Parkwegen Pflicht, selbst für eine einzelne Etappe; es handelt sich um eine Tageskarte, die vom Park verkauft wird, und Kontrolleure prüfen das. Zweitens: Das Schuhwerk wird durchgesetzt – Flip-Flops, Sandalen und Schuhe mit glatter Sohle sind auf den Wegen verboten, und der Park verhängt dafür durchaus Bußgelder. Das ist keine bürokratische Schikane. Die Wege sind steinig, oft poliert, häufig steil und manchmal nass, und die Strafe existiert, weil ungeeignetes Schuhwerk hier zu echten Unfällen führt. Turnschuhe mit Profil sind das Minimum; richtige Wanderschuhe sind besser. Keine der beiden Regeln gilt für den reinen Dorfbesuch – die Dörfer sind kostenlos zugänglich und benötigen kein spezielles Schuhwerk.
Einen Wandertag planen
Baue den Tag um Hitze und Status auf, nicht um Ehrgeiz. Die Wege liegen in der Sonne, Schatten ist auf den Terrassen rar, und die Mittagszeit im Hochsommer ist erbarmungslos – also früh starten und den Zug, der jedes Dorf in Minuten verbindet, für die Abschnitte nutzen, die du nicht läufst oder die gesperrt sind. Ein realistischer Plan ist ein oder zwei offene Abschnitte plus ein paar Dörfer, die man richtig ansieht – kein Fünf-Dörfer-Trail-Marathon. Wasser, Sonnenschutz und etwas zu essen mitnehmen, denn die Einkehrmöglichkeiten am Weg sind begrenzt, sobald man ein Dorf verlässt. Vor allem: Den offiziellen Wegestatus des Parks kurz vor dem Termin prüfen – besonders nach Herbstregen kann das Begehbare ganz anders aussehen als jede Seite, die Monate im Voraus geschrieben wurde, auch diese hier.